Bridge for Austria
Bulletin

Wir haben einen neuen Menüpunkt für das aktuelle Online-Bridge Angebot dazugenommen (3. von oben)

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31. März 2021 20:46 BST
Sonderturniere
29. März 2021 13:19 BST
News
27. März 2021 21:33 GMT
Neuigkeiten 2.19o
Begutachtung durch Senat

Liebe Bridgefreundinnen und -freunde,

es ist wirklich schön zu sehen, dass sich unsere Initiative, die die Ausübung unseres so geschätzten Hobbys auch in Zeiten von Corona ermöglicht, so großer Beliebtheit erfreut. Es ist nun auch leider zu befürchten, dass uns bestimmte Maßnahmen während der Krise noch länger begleiten werden. Dies betrifft unserer Einschätzung nach auch vor allem den Turnierbridgebetrieb, der wohl nicht vor Spätsommer/Herbst wieder in gewohnten Bahnen anlaufen können wird.

Daher wird die jetzige Form des Online Bridge als willkommene Alternative uns auch weiterhin begleiten. Gerade bei dieser Form des Bridge ist die Bridge-ethische Verhaltensweise von überaus großer Wichtigkeit. Es ist jedem klar, dass es gerade hier eine Vielzahl von Möglichkeiten zum Austausch unerlaubter Informationen gibt. Kein Veranstalter kann letztendlich überprüfen, ob es zu Telefonaten, Informationsaustausch über Messenger-Tools oder sogar zu mündlichem Austausch bei Partnerschaften, die im gemeinsamen Haushalt agieren, kommt. 

Leider erreichen uns doch (öfter als uns lieb ist!) Beschwerden über Ansagen oder Ausspiele, die nach allgemeiner Bridge-technischer Auffassung ungewöhnlich bzw. hochriskant sind,  und die sich dann in weiterer Folge als sehr erfolgreich herausstellen. Beispiele dafür sind Ausspiele von kurzen, teilweise vom Gegner lizitierten Farben gegen Ohne-Kontrakte oder Sprunggebote in die Manche oder Slams, die sich aus dem Lizit nicht erklären lassen.

Diese Umstände in Erwägung ziehend und mit Blickrichtung darauf, dass unsere Turniere auch durch den ÖBV eine Akzeptanz finden können, haben wir uns entschlossen, eine transparente Vorgangsweise hinsichtlich verdächtiger Boards zu definieren. Sollten wir also – sei es durch eigene Beobachtung als Turnierleiter oder durch Meldung einer Teilnehmerin bzw. eines Teilnehmers – Kenntnis von einer verdächtigen Partie (im Folgenden „Fall“ genannt) erlangen, wird folgende Vorgangsweise stattfinden:

  1. Der Fall wird durch die drei bei “Bridge for Austria” tätigen A-Turnierleiter des ÖBV (Christian Bernscherer, Tommy Burg und Dieter Schulz) beurteilt. Sollte kein weiterer Handlungsbedarf gesehen werden, ist der Fall erledigt. Im gegenteiligen Fall wird der betroffene Spieler / die betroffene Spielerin um eine Stellungnahme ersucht, und es wird wie folgt weiter vorgegangen.
  2. Der Fall und die eingelangten Stellungnahmen werden einem unabhängigen Dreier-Senat zur Begutachtung vorgelegt. Dies geschieht ohne Nennung der Namen der involvierten Personen. Dabei wird der Dreier-Senat aus einem Pool von in solchen Aufgaben erfahrenen Spielerinnen und Spielern (Turnierleiter, bzw. in entsprechenden Gremien bereits erfahren) gewählt. Ein Mitglied des Senates ist jedenfalls rechtskundig. Zusammen mit dem Fall werden auch allfällige früher bereits getroffene Entscheidungen mit (siehe 3) dem Senat übermittelt. 
  3. Der Senat  entscheidet nach der Begutachtung gemäß folgender 4-teiliger Skala
    1. Die Partie gilt als unbedenklich, es sind keine weiteren Schritte einzuleiten
    2. Die Partie weist eine gewisse Auffälligkeit auf. Sie wird zu Protokoll genommen. Ansonsten sind aber zur Zeit keine weiteren Maßnahmen zu setzen.
    3. Die Partie weist eine starke Auffälligkeit auf und es wird empfohlen, den betroffenen Spieler / die betroffene Spielerin bzw. das betroffene Paar genauer zu beobachten. Sollten sich weitere Auffälligkeiten ergeben, soll der betroffene Spieler / die betroffene Spielerin ohne nochmalige Befassung eines Senates auf unbestimmte Zeit gesperrt werden.
    4. Der Senat sieht es als erwiesen an, dass  der Gebrauch von unerlaubter Information stattgefunden hat und empfiehlt daher, den betroffenen Spieler / die betroffene Spielerin bzw. das betroffenen Paar mit sofortige Wirkung auf unbestimmte Zeit zu sperren.   
  1. Die Entscheidung des Senates wird dem Team “Bridge for Austria” übermittelt, und die betroffenen  SpieIer*innen werden informiert und im Falle von (b) bis (d) entsprechend geflaggt. 

Die Entscheidung des Senates ist für das Team “Bridge for Austria” bindend, und des gibt auch seitens des betroffenen Spielers / der betroffenen Spielerin bzw. des betroffenen Paares keinerlei Einspruchsmöglichkeit. Sollten Spieler*innen von einer Sperre betroffen sein, können sie frühestens nach Ablauf eines Monats um eine Wiederaufnahme in die Liste der teilnahmeberechtigten ansuchen, worüber dann das Team “Bridge for Austria” befindet.     

Diese Regelungen mögen manchen sehr streng vorkommen, und wir sind auch überzeugt, dass sie für den überwiegenden Teil der Online-Bridge-Gemeinde vollkommen  überflüssig sind. Wir hoffen auch sehr, dass wir von diesen Vorgangsweisen wenn überhaupt nur ganz selten  Gebrauch machen müssen.

Auf jeden Fall möchten wir denen – und das ist unserer festen Überzeugung nach die überwältigende Mehrheit , die absolut ehrlich unter Einhaltung der Bridge-ethischen Prinzipien agieren, vermitteln, dass wir alles, was uns möglich erscheint, tun wollen, damit sie nicht zum Opfer derer werden, die sich unlauterer Methoden bedienen. Jenen wenigen, die es aber dann doch nicht lassen können, sei gesagt, dass wir es nicht zulassen werden, dass sie das Vergnügen der anderen und unsere Arbeit zunichte machen.

Euer Team “Bridge for Austria”